Nach der Machtübergabe an die Nazis 1933 wurde es für die deutschen Juden gefährlich. Viele gingen ins Exil, andere versteckten sich, brachten sich um oder wurden schließlich in Konzentrationslager deportiert. Die nicht-jüdische Bevölkerung tat oft so, als wären diese Menschen einfach „verschwunden“. Die meist grausame Wahrheit wollten viele nicht wissen.
Um an diese Opfer zu erinnern, hat der Verein Sie waren Nachbarn nun in Moabit damit begonnen, auf die „Verschwundenen“ hinzuweisen. In den kommenden Wochen werden überall im Stadtteil Silhouetten von Menschen aufgestellt, die für die geflüchteten oder ermordeten Jüdinnen und Juden stehen. Auf der eigens dafür eingerichteten Internetseite DieVerschwundenen.de werden zahlreiche Schicksale der jüdischen Opfer dargestellt.
Mittlerweile stehen die Figuren an zahlreichen Stellen in Moabit. Noch bis Ende April weist auch eine Ausstellung im Schaukasten vor dem Rathaus am Mathilde-Jacob-Platz auf die Kampagne hin.
Ursprünglich waren die Silhouetten bereits vor einem Jahr aufgestellt worden. Damals gab es jedoch an vielen Stellen Beschädigungen und Zerstörungen der Figuren, sodass der Verein die Aktion vorübergehend abgebrochen hatte.

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