Gedenken an elf Moabiter Opfer

An der Moabiter Jagowstraße lag einst die zweitgrößte Synagoge Berlins. Rundherum gab es eine große jüdische Gemeinde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sie wie alle anderen erst diskriminiert, dann verfolgt. Vielen gelang rechtzeitig die Flucht aus Deutschland, rund 55.000 Berliner jedoch wurde in den KZs und Ghettos ermordet.

Insgesamt lebten in den 1930er Jahren rund 30 Jüdinnen und Juden in dem Haus Jagowstraße 4. Manche konnten noch vor dem Holocaust ins Ausland fliehen, andere starben im Gas.

Heute Mittag wurde an die ehemaligen jüdischen Bewohner des Hauses gedacht. Elf Stolpersteine sind für die Mitglieder vor drei Familien verlegt worden. Rund 150 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Einer der Initiatoren ist Mitglied des Moabiter Vereins Sie waren Nachbarn. Er und andere Bewohner haben vier Jahre lang recherchiert, Archive und Dokumente gesichtet. Herausgekommen ist eine etwa 70 Seiten starke Broschüre, die auf der Website des Vereins heruntergeladen werden kann.
Mögen die nun verlegten Stolpersteine Passanten daran erinnern, wohin Ausgrenzung und Verfolgung führen kann!

[ Dieser Text erschien zuerst bei Redaktion BERLIN ]

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