Am vergangenen Sonntag ist Mechthild Merfeld gestorben. Mechthild ist 2001 nach Berlin gezogen. Als sie 2011 auf eine Ausstellung zum zerstörten jüdischen Leben in Moabit während der NS-Zeit gestoßen ist, engagierte sie sich mit einigen Leuten und war von Anfang an mit dabei, eine Initiative aufzubauen. Daraus entstand der Verein Sie waren Nachbarn, der bis heute existiert. Zehn Jahre lang war sie bei allen Aktivitäten dabei, organisierte Veranstaltungen, Infostände und Ausstellungen mit. Eines ihrer größten Verdienste ist es, den Kontakt zu einem überlebenden Opfer des Holocausts sowie vielen Nachfahren der Familie herzustellen. Einige von ihnen kamen danach immer wieder aus Israel nach Moabit, einmal gab es hier sogar ein Familientreffen, an dem auch Angehörige aus Südamerika teilnahmen.
Für ihre Arbeit im Moabiter Kiez erhielt sie den Klara-Franke-Preis für bürgerschaftliches Engagement.
Aufgrund mehrerer Stürze und einer Krankheit konnte sie ab 2002 nicht mehr aktiv mitarbeiten und zog von Moabit in ihre Heimatstadt Kassel. Dort ist sie in der Nacht zum 26. Januar 2026 im Beisein ihrer Tochter friedlich eingeschlafen.

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