Ausländer und Juden in die FDP?
Der Vorstand des FDP-Ortsverbands Hermsdorf-Tegel hat ein Problem. Ihm wird vorgeworfen, antisemitisch und rassistisch zu sein. Dabei geht es nicht um Einzelfälle, sondern um die Erlebnisse mehrere Personen. Parteimitglieder berichten, dass Ausländer nicht in die Partei aufgenommen würden und ein Mitglied als »jüdischer Großkotz« beschimpft worden ist. Natürlich streitet der Vorstand alles ab, trotzdem wurde nun ein Abwahlantrag gegen ihn gestellt.
Einer der Kronzeugen gegen den derzeitigen Vorstand ist FDP-Mitgliederbetreuer Gero Pischke. Er berichtete von einem Gespräch mit der Vorsitzenden des Ortsverbands, Ulla Neidt, in dem sie sagte: »Türkische Großfamilien nehmen wir nicht auf, auch nicht Juden und Araber«. Im Dezember 2005 wollte ein Ehepaar der Partei beitreten. Als die Vorsitzende hörte, dass sie türkischer Abstammung sind, soll sie gesagt haben: »Wir nehmen keine Ausländer auf«.
Das Problem ist nicht neu. Pischke erinnert sich daran, dass bereits ein Jahr zuvor einem türkischen Ehepaar die Aufnahme in die FDP verweigert wurde.
Auf der Website des Ortsverbands gibt es eine Distanzierung vom Vorstand. Dort wird auch angekündigt, dass es auf der Jahreshauptversammlung Konsequenzen geben soll. Neben einem Abwahlantrag gegen den Ortsvorstand stellt Gero Pischke einen Misstrauensantrag.
Von: Aro Kuhrt
(29. Januar 2006)
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