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Toyota-Werbung nervt

Wer schreit, hat Unrecht – das habe ich als Kind gelernt. Man kann auch sagen: Je schlechter etwas ist, umso mehr Werbung brauchts, um es zu verkaufen. Das sind jedenfalls meine Gedanken, wenn ich derzeit auf der Straße die Werbeplakate von Toyota sehe. Und sie sind nicht zu übersehen: In Berlin stehen seit einigen Tagen praktisch keine anderen Reklamewände mehr, als die mit dem Auto in der Wüste. Was will mir diese Werbung sagen? »Wir schicken euch in die Wüste«? Außer einigen merkwürdigen Fotos (z.B. ein Gulli in der Sahara) bringen die Plakate nichts rüber, auch keine Informationen über das Produkt. Wer mir etwas so penetrant aufzuschwatzen versucht, wie es Toyota gerade macht, hat schon verloren. Die 30 Millionen-Kampagne beweist: Werbung kann einem gehörig auf die Nerven gehen und verkehrt sich damit ins Gegenteil.


Von: Aro Kuhrt

(2. März 2007)

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KOMMENTARE:

  1. Martin Fickinger am 18. Mai 2007 um 09:53 Uhr

    Eine generelle Sicht:

    Dass Werbung so offensichtlich mit dem Bedürfnis nach Befreiung aus Abhängigkeiten operiert, zeigt wie unfrei wir tatsächlich sind. Die persönliche Gefangenschaft ist ein zentraler Mangel unserer Tage. Denken Sie darüber mal nach: Wir sind aufgeklärt, wir sind überzeugt, wählen zu können, was wir wollen und dennoch fühlen wir uns unfrei. Sind wir tatsächlich freier als zu anderen Zeiten der Geschichte oder hat lediglich die Art der Diktatur sich verändert und es wird einfach nur unbemerkter regiert?

    Wir haben die Auswahl in unserem Dasein und empfinden die Möglichkeit unter vielen Alternativen zu wählen als normal, weil wir damit aufgewachsen sind und mit dem Zustand der Unfreiheit nur selten konfrontiert wurden. Statt aber wirklich zu leben, operieren wir häufig nur im beschränkten Raum unserer Konsummöglichkeiten. Wir wählen oftmals lediglich zwischen verschiedenen Möglichkeiten des Konsums und fühlen nur noch gelegentlich die tiefe Stumpfheit unseres Daseins in dem Gefühl von Langeweile und latenter Bedrücktheit. Wir haben vergessen, dass uns das Konsumieren nur vormacht, frei und glücklich zu sein. Unkontrollierter Konsum hält uns durch die Vorspiegelung eines begeisterten Daseins nur davon ab, wirklich glücklich zu werden. In unseren Konsumritualen empfinden wir für eine Zeitspanne scheinbar Glück und Lebendigkeit, um dann wieder in eine triste Realität zurückzufallen. Im Grunde befriedigt uns der Konsum aber nicht wirklich, sondern verdeckt lediglich den Schmerz über die Abspaltung von unserer eigenen Entwicklung für eine Zeit lang. Unser Leben bewegt sich dann nur im Teufelskreis von Niedergeschlagenheit und dem Rausch im Konsumerlebnis. Die Folgen übersteigerten Konsums sind körperliche Schäden und psychische Unausgewogenheit. Konsum als Ersatz für wirkliches Erleben macht krank und lähmt. Krankheiten sind der Ausdruck des zivilisierten Organismus gegen die falschen Rituale im Denken und Handeln. Obwohl wir heute alle Möglichkeiten haben, unser Leben zu wählen, sind große Teile unserer Gesellschaft offensichtlich nicht mehr in der Lage diese Chancen zu nutzen.

    Herzliche Grüße

    bistdufrei.de






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