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Elektrodisco statt Techno

Die Love Parade ist Geschichte. Nach mehrjähriger Pause folgte 2006 zwar ein Comeback – dies wird aber ein einmaliges letztes Aufbäumen gewesen sein. Jetzt wurde die Love Parade für diesen Sommer offiziell abgesagt, die Veranstalter machen dafür den Senat verantwortlich. Der habe dem Veranstalter keine Planungssicherheit gegeben. Hintergrund ist, dass es noch eine zweite Bewerbung für eine Straßenparty im Juli gegeben gibt.

Denn auch die »Berlin Dance Parade« (B-Parade)  hat beantragt, mit 50 Trucks und lauter elektronischer Musik durch den Tiergarten ziehen zu dürfen. Der Senat wollte sich aber nicht entscheiden, nun zieht sich die Love Parade schmollend zurück und ruft die Völker der Welt auf, sich als Alternative zu bewerben.
Es ist schon schwierig nicht zu unterstellen, dass es hier vor allem ums Geld geht, und nicht nur um eine fehlende Genehmigung. Love Parade und B-Parade sind sich nicht grün, sie sind Konkurrenten, denn beide sind auch am Geschäft interessiert, nicht nur an der Party. Jeweils ein Großsponsor steht hinter ihnen, die Mega-Events können bei geschicktem Vorgehen viel Cash einspielen. Und vom inhaltlichen her sind die beiden Projekte eh nicht so weit auseinander. Die neuen Veranstalter kommen aus dem Umfeld der Love Parade und des Christopher Street Days und setzen ebenfalls auf elektronische Musik, vielleicht etwas Disco-mäßiger. Ob das für die Karnickel im Tiergarten erträglicher ist, weiß man noch nicht, aber wahrscheinlich werden dieses Jahr keine Millionen halbnackter junger Schönheiten diversen Geschlechts durch den Park tanzen. Aber ein paar Tausend sind ja auch ganz schön.


Von: Aro Kuhrt

(24. Februar 2007)

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