Politik gammelt vor sich hin
Mittlerweile wundert einen gar nichts mehr. Am 21. September, also vor fast drei Monaten, fanden Kontrolleure im Großmarkt Beusselstraße 95 Tonnen verseuchtes Fleisch. Niemand hielt es für nötig, die Öffentlichkeit zu informieren.
Erst vor einigen Tagen wurde der Skandal publik und damit nicht genug: Auch die damalige Gesundheitssenatorin Heide Knake-Werner wusste angeblich nicht bescheid. Da stellt sich doch die Frage, wie eine Senatsverwaltung eigentlich funktioniert, wenn bei einem solchen GAU nicht mal die Führungsspitze informiert wird. Knake-Werner, die jetzt im neuen Senat für Integration, Arbeit und Soziales zuständig ist, kann das nicht erklären. Stattdessen behauptet sie, dass zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung bestanden hat, obwohl mittlerweile bekannt ist, dass vorher bereits über 40 Tonnen des selben Lieferanten ankamen, die wahrscheinlich in den Handel bzw. an Imbisse geliefert wurden.
In einem Interview mit der Berliner Zeitung spielt Frau Knake-Werner den Skandal herunter: »Ich muss nochmal darauf hinweisen, dass es sich nicht um Gammelfleisch, sondern um mit Salmonellen befallenes Putenfleisch gehandelt hat«. Wie beruhigend…
Von: Aro Kuhrt
(13. Dezember 2006)
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