Alte Westdeutsche am rechtsextremsten
Nicht die jugendlichen Ostdeutschen führen die Statistik der rechtsextremistischen Bundesbürger an, sondern Männer über 60 aus dem Westteil Deutschlands. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Umfrage unter 5000 Bürgern im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Bei den Fragen ging es um Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Sozialdarwinismus, Chauvinismus, Verharmlosung der NS-Zeit und Befürwortung einer Diktatur. Durchschnittlich haben sich 8,6 Prozent der Befragten dazu bekannt, 6,6 Prozent in den neuen Bundesländern und 9,1 in den alten. Die Studie belegt auch, dass die Westdeutschen ihre Stimmen noch immer den gewohnten bürgerlichen Parteien geben, anstatt z.B. der NPD. Da es im Osten eine niedrigere Parteienbindung gibt, werden dort auch eher die rechtsextremen Parteien gewählt.
Die einzelnen Kriterien zur Einstufung als rechtsextrem fallen in den beiden Teilen unseres Landes sehr unterschiedlich aus. Während sich etwa 10 Prozent der Westdeutschen als antisemitisch einstufen, sind es im Osten nur 4,2%. Ausländerfeindlichkeit steht dagegen östlich der Elbe mit 31 Prozent fünf Punkte höher im Kurs, als am Rhein.
Von: Aro Kuhrt
(9. November 2006)
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