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Bahn gegen Holocaust-Gedenken

Der Holocaust wäre nicht möglich gewesen, wenn die Deutsche Reichsbahn nicht die Infrastruktur für den Transport der Millionen von Opfern bereitgestellt hätte. Für jeden deportierten Juden wurden dem Staat 4 Pfennig pro Kilometer in Rechnung gestellt, die Bahn sorgte dann für einen reibungslosen Transport in die Konzentrationslager. Die Viehwaggons fuhren aus allen deutschen Städten ab, mitten aus der City, für jeden sichtbar.
Beate Klarsfeld, die seit Jahrzehnten auf Mitschuldige an der Judenverfolgung hinweist, möchte in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium eine Ausstellung über die Deportation jüdischer Kinder durch mehrere deutsche Städte schicken, die jeweils zentral in den Bahnhöfen gezeigt werden soll. Doch die Führung der Bahn AG, allen voran ihr Chef Hartmut Mehdorn, lehnt das ab. Die Gründe klingen fadenscheinig, Sicherheitsbedenken werden angeführt, sowie das Argument, die Deportationen wären ja nicht nur von den Bahnhöfen ausgegangen. Auch sieht Mehdorn angeblich die Würde des Gedenkens im Tumult der Bahnhöfe nicht gegeben.
Unverständlich ist, wieso sich Minister Tiefensee von seinem Untergebenen dermaßen auf der Nase herumtanzen lässt. Immerhin ist die Bahn faktisch dem Bundesverkehrsministerium unterstellt. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich der Minister endlich durchsetzt, denn noch immer ist in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt, wie die Reichsbahn durch diese Transporte am Holocaust nicht nur verdient hat, sondern auch einen wichtigen organisatorischen Beitrag dazu geleistet hat.


Von: Aro Kuhrt

(27. Oktober 2006)

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