Umstrittene Mauer-Ausstellung
Wie soll der Geschichte der Teilung Berlins angemessen gedacht werden? Bisher gibt es kein umfassendes Konzept, Gedenkstätten, Mauerreste, Erinnerungsorte sind auf die Stadt verteilt und haben praktisch keinen Bezug zueinander. Zwar hat der Senat angekündigt, ein Gedenkstättenkonzept zu entwickeln, wirklich herausgekommen ist das aber bisher nichts. Heute wurde jedoch erstmal an der Friedrichstraße ein Bauzaun mit Informationstafeln eröffnet.
Die »Bildergalerie zur Mauergeschichte« am legendären Checkpoint Charlie nutzt das große Interesse der Touristen, die hier vor allem das private Mauermuseum besuchen.
Dargestellt sind der Mauerbau 1961, der Panzeraufmarsch der USA und der Sowjetunion im selben Jahr sowie einzelne Schicksale von Maueropfern wie Peter Fechtner, der 1962 nahe dem Checkpoint verblutete. Auf 300 Meter sind 175 Bilder, Skizzen und Kommentare zur Geschichte des Baus der Mauer und deren Fall gezeigt. Kritiker der Infotafeln, darunter Opfer der Staatssicherheit, die teilweise jahrelang in Stasihaft saßen, bezeichnen die Ausstellung als emotionslos, sie wollen stattdessen eine Gedenkstelle für die SED-Opfer.
Die auf drei Jahre angelegte, 200.000 Euro teure Ausstellung, wird nach ihrem Ende aber wohl keiner Gedenkstätte weichen, sondern einem Geschäftshaus. Soweit geht der Gedenkwille des rot-roten Senats dann doch nicht.
Von: Aro Kuhrt
(4. August 2006)
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